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Progressiver Hörverlust in der frühen Kindheit

Ziele: Die Verschlechterung der Hörschwellen bei Kindern ist aufgrund der Auswirkungen auf die Sprachentwicklung besorgniserregend. Vor dem Universal Newborn Hearing Screening (UNHS) waren genaue Informationen über das Fortschreiten des Hörverlusts aufgrund begrenzter Informationen über den Beginn des Hörverlusts schwer zu erhalten. Das Ziel dieser populationsbasierten Studie war es, den Anteil der Kinder zu dokumentieren, die in einer Kohorte, die ein UNHS-Programm in einer Region Kanadas durchlief, einen fortschreitenden Verlust erlebten. Wir untersuchten Risikofaktoren für das Fortschreiten einschließlich Risikoindikatoren, audiologisch, und klinische Merkmale von Kindern. Wir untersuchten auch die Verschlechterung des Hörvermögens als Funktion des Alters. Für diese Studie wurden zwei Arbeitsdefinitionen des progressiven Hörverlusts übernommen: (1) eine Änderung von ≥20 dB in den 3 Frequenzen (500, 1000 und 2000 Hz) Reintondurchschnitt und (2) eine Abnahme von ≥10 dB bei zwei oder mehr benachbarten Frequenzen zwischen 500 und 4000 Hz oder eine Abnahme von 15 dB bei einer Oktavfrequenz im selben Frequenzbereich.

Design: Populationsbasierte Daten wurden prospektiv zu einer Kohorte von Kindern gesammelt, die von 2003 bis 2013 nach der Implementierung von UNHS identifiziert wurden. Klinische Merkmale, einschließlich Risikoindikatoren (gemäß Joint Committee on Infant Hearing), Alter bei Diagnose, Art und Schwere des Hörverlusts und anfängliche audiologische Informationen wurden aufgezeichnet, als Kinder zum ersten Mal mit Hörverlust identifiziert wurden. Serielle audiometrische Ergebnisse wurden aus den medizinischen Diagrammen für diese Studie extrahiert. Unterschiede zwischen Kindern mit progressivem und stabilem Hörverlust wurden anhand von Labortests untersucht. Der Zusammenhang zwischen Risikoindikatoren und progressivem Hörverlust wurde durch logistische Regression bewertet. Das kumulative Ausmaß der Verschlechterung des Hörvermögens im Alter von 1 bis 4 Jahren wurde ebenfalls untersucht.

Ergebnisse: Unsere Analyse von 330 Kindern (251, die einem Screening ausgesetzt waren) mit detaillierten audiologischen Aufzeichnungen ergab, dass 158 (47.9%) Kinder hatten eine gewisse Verschlechterung (mindestens ≥10 dB und) der Hörschwellen in mindestens einem Ohr. Die 158 Kinder schlossen 76 (48,1%) mit ≥20 dB Verlust im Reintondurchschnitt in mindestens einem Ohr und 82 (51,9%) mit weniger Verschlechterung des Hörpegels (≥10, aber < 20 dB) ein. Bei den Kindern mit progressivem Hörverlust hatten von 131 Kindern, bei denen zunächst ein bilateraler Verlust diagnostiziert wurde, 75 (57, 3%) eine Verschlechterung in 1 Ohr und 56 (112 Ohren; 42, 7%) in beiden Ohren (insgesamt 187 Ohren). Von 27 Kindern mit einer Erstdiagnose eines einseitigen Verlustes erlebten 25 eine Verschlechterung des beeinträchtigten Ohrs und 5 des normalhörenden Ohrs, die zu einem bilateralen Hörverlust führten. Innerhalb von 4 Jahren nach der Diagnose betrug der mittlere Hörverlust bei Kindern mit progressivem Verlust 25,9 dB (SD: 16,4) im rechten Ohr und 28,3 dB (SD: 12,9) im linken Ohr. Wir untersuchten die Risikofaktoren für Hörverlust, die vom Joint Committee on Infant Hearing identifiziert wurden, wo es genügend Zahlen in unserer Stichprobe gab. Bei der multivariaten Analyse gab es keinen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen den meisten untersuchten Risikoindikatoren (Aufnahme auf der Intensivstation für Neugeborene, Familienanamnese, Syndrome und postnatale Infektionen) und der Wahrscheinlichkeit eines fortschreitenden Verlusts. Das Vorhandensein kraniofazialer Anomalien war jedoch umgekehrt mit dem Risiko eines fortschreitenden Hörverlusts verbunden (Odds Ratio = 0, 27; 95% -Konfidenzintervall: 0, 10, 0, 71; p = 0.01), das heißt, diese Kinder hatten eher ein stabiles Gehör.

Schlussfolgerungen: Da bei fast der Hälfte der Kinder in dieser Kohorte eine Verschlechterung des Hörvermögens auftrat, ist eine engmaschige postneonatale Überwachung des Hörvermögens nach frühzeitiger Erkennung eines Hörverlusts unerlässlich, um eine optimale Verstärkung und Therapie zu gewährleisten.

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